Der Elefant TONG BAI
Die Geschichte einer leider kurzen Bekanntschaft
Aus den Erinnerungen des Gründers und Leiters der Tong-Bai Foundation, Bodo Jens Förster
Der Anfang
Als im Jahr 2006 im Camp von «Elephant Special Tours» drei Kälber geboren wurden, entstand die Idee, ein eigenes Zuchtprogramm für Elefanten aufzubauen. So wollten wir unseren kleinen Beitrag zum Erhalt dieser grandiosen Dickhäuter beitragen. Dabei sind verschiedene Dinge zu beachten: Ein Elefant hat im besten Fall eine ähnlich lange Lebenserwartung wie ein Mensch und muss in diesem langen Zeitraum gepflegt, betreut und finanziert werden. Auch dauert es mehrere Jahre bis ein kleiner Elefant überhaupt die Kosten, die er verursacht, auch wieder einholen kann. Mit Elefanten zu leben, mit ihnen Projekte zu entwickeln bedeutet vor allem Eines: Man braucht Zeit und muss langfristig denken. Zuchtbullen waren 2006 nicht verfügbar, weshalb nicht an ein zukunftsfähiges Zuchtprogramm zu denken war. Als im Oktober 2009 das Angebot einging, einen Elefantenbullen zu kaufen, stellte sich die Frage nach der Finanzierung. Ich hatte kein Geld, um eine solche Investition zu stemmen. Zum Glück haben aber drei Gäste, die mich ein Jahr zuvor auf einem Elefanten-Treck begleitet haben, bereits im Voraus gesagt, sie würden Geld dazugeben. Dadurch kam die Finanzierung des Elefanten «Tong Bai» durch Birgit Sieberling, Ursula Kern und Günther Sippl zustande.
Vom Blitz getroffen
Tong Bai war damals 26 Jahre alt und arbeitete in einem Camp, in dem er von einem anderen grossen Elefantenbullen unterdrückt wurde. Als er dann zu uns kam, hatte er alle Eigenschaften eines grossartigen zukünftigen Zuchtbullen. Er hatte sich hervorragend eingelebt, doch dann kam leider der 20. März 2010. Ich werde diesen Tag nie vergessen – wir hatten schwere Sommerstürme. Unsere Elefanten waren damals nachts im Wald. Ich hatte den Mahouts noch im Vorhinein sagt, sie sollten Tong Bai in der Nähe des Camps übernachten lassen. Leider ist dies nicht geschehen. Der Baum, an dem er in der Nacht stand, wurde von einem Blitz getroffen und Tong Bai ist in Panik einen Abhang hinunter gestürzt und leider verstorben. Ich habe einen Tag neben ihm gesessen und ihn auf dem Weg in das nächste Leben begleitet. In dieser Nacht ist mir neben dem toten Elefanten klar geworden, dass ich die Firma Elephant Special Tours – so wie ich sie aufgebaut hatte – nicht in der gleichen Art und Weise fortführen könne. So wie ich mir eine sinnvolle Finanzierung von Elefantenprojekten vorstelle, würde ich nie das nötige Geld selbst aufbringen können.
Gesicherte Zukunft
In Erinnerung an Tong Bai entstand die Idee für eine gemeinnützige Initiative: Projekte zu ermöglichen, die sich nicht refinanzieren müssen – sondern ausschliesslich dem Wohl der Elefanten dienen. So wurde der in Deutschland ansässige gemeinnützige Verein TONG BAI ELEPHANT e.V. am 30.09.2010 gegründet – eingetragen wurde er am 02.12.2010. Die drei Mitbesitzer von Tong Bai, Birgit Sieberling, Ursula Kern und Günther Sippl waren Gründungsmitglieder des Vereins.





